Berichte über Kriegseinwirkungen in Osterwick, Darfeld und Holtwick, während des 2. Weltkrieges, vom Amtsbürgermeister Dr. Karl Herbsthoff.

Hinweis: Die Kriegsberichte vom 25.06.1940 - 22.06.1944 sind im rechten Menü chronologisch abrufbar.
Die Berichte ab dem 22.09.1944 werden entsprechend der Serie in der Allgemeinen Zeitung in ungekürzter Fassung an dieser Stelle veröffentlicht. Weitere original Fotos werden in den nächsten Tagen hinzugefügt.

Vorbemerkung des am 28.12.2016 verstorbenen ehrenamtlichen Archivleiters und Gründungsmitglied des Heimatvereins Osterwick Martin Holz

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Töchtern Margarethe und Ina (Ka­tharina) Herbsthoff bedanken, die mir die privaten Aufzeichnungen und Fotos vom Kriegsgeschehen (ab 1940 bis nach dem Kriegsende) von ihrem Vater 1982 als Teil einer unseligen Geschichte unserer drei Ortsteile zur Verfügung stellten.

Als ehrenamtlicher Archivleiter der Gemeinde Rosendahl habe ich mich be­müht, daß die Quellen aufgearbeitet wurden, um die Schrecken des Krieges den Bürgern unserer Gemeinde und allen Interessierten ins Bewußtsein zu rufen.

Die akribische, detaillierte Berichterstattung der Kriegsereignisse im Amtsbe­reich des Bürgermeisters ist wohl in seiner Genauigkeit sehr bemerkenswert. Seine Schilderungen zeichnen ein Bild der vielfältigen kriegerischen Gescheh­nisse, die alle Bürger in Angst und Schrecken versetzte.

Das Unheil an Personen und Sachschäden wurde überwiegend von der Luft­überlegenheit der Alliierten bestimmt. Die geheimnisumwitterten Abschußram­pen der V-Waffen, die in den Bauernschaften der drei Orte im Amtsbezirk sta­tioniert waren, sorgten für weiteres Unbehagen und Ängste bei den Bürgern.

Die totalitären Jahre des Nationalsozialismus waren für Dr. Herbsthoff wohl die schwersten Jahre in seiner 24jährigen Amtszeit.

Den Grad des Machbaren zum Wohle der Bürger nicht zu überschreiten war für ihn eine schwere Bürde. Er wurde von den „Braunen“ wegen seiner allzu huma­nen und sozial eingestellten Amtsführung mehrfach abgemahnt.

Dr. Karl Herbsthoff hat es verdient, daß man ihn für seinen unermüdlichen weit­blickenden Einsatz zum Wohl der Bürger in unserem Amtsbereich und seine Hilfe im sozialen Dienst weit über die Amtsgren­zen hinaus, ein ehrendes Geden­ken bewahrt.

 

Dr. Karl Herbsthoff wurde am 9. Juli 1897 in Münster als Sohn eines Gastwirtes und Bäckers geboren. 1915 legte er dort seine Reifeprüfung ab. Wenige Tage später meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Nach dem Krieg, 1919, nahm er in Münster das Studium der Staatswissenschaften auf und begann gleichzeitig mit der Verwaltungslaufbahn beim Finanzamt Münster. 1922, nach abgeschlossener Ausbildung, wurde er zum Coesfelder Finanzamt versetzt. Ein Jahr später wurde er zum Dr. rer. pol. promoviert. 

Am 14. September 1928 wählte die Osterwicker Amtsvertretung Dr. Herbsthoff einstimmig zum Amtsbürgermeister, neun Tage zuvor hatte die Darfelder Amtsvertretung ebenfalls in diesem Sinne entschieden. Am 25. September 1928 bestätigte der Vorsitzende des Kreisausschusses die Wahl, so daß Dr. Herbsthoff am 1. Oktober 1928 offiziell in sein Amt eingeführt werden konnte.

Auch wenn Dr. Herbsthoff sich während der nationalsozialistischen Zeit nicht stärker arrangierte als es in seiner Funktion als Amtsbürgermeister unumgänglich war, konnte er in seinem Amt verbleiben. 

Nach dem Einmarsch der alliierten Truppen 1945, für dessen unblutiger Verlauf in Osterwick sich Dr. Herbsthoff verdient machte, endete seine Amtszeit nicht. Die Amtsvertretungen sprachen ihm erneut das Vertrauen aus und auch die britische Militärregierung bestätigte ihn am 24.August 1946 in seinem Amt.

Dr. Karl Herbsthoff stand 24 Jahre an der Verwaltungsspitze des Amtes Osterwick. Er starb am 7.Juni 1952 im Alter von 54 Jahren.

 

Der berufliche Lebensweg des Dr. Herbsthoff ist dem Buch  „Osterwick, Geschichte eines Dorfes im Münsterland“ nach Dorothea Roters entnommen. 

Wi baut wier up!

 

Vörbi de Krieg vull Bloot un Brand!               Wi sind noch dao un sind gesund;

Et äöhmt wier up dat wiede Land.                Wi laot't se nich versacken.

Vörbi dat graute Stiärwen!                          Wat sall dat Stüönnen un Gekür - -

Verfluoggen is de brune Spook,                   De Hauptsak is, de Jungs kummt wier;

De Naut, se kik ut jeden Hook.                    De weet't met antepacken.

Nix anners gawwt to iärwen.                       De weet't met antepacken.

Wat helpt dat quatern hen un her:               Un nu män to! - Dot, wat ji dot.

Wu düt wull was, wenn dat nich wäör-         Packt alle an met frisken Mot!

Dao könn wi nix met redden.                      Laot't ju nich unnerkriegen!

Wi sind nu usse Kräömken quiet                 Spiegt in de Hand, wi baut wier up!

Un müött dödör dör düsse Driet;                Dann sall sik alls - verlaot't ji drup -

Süss krieg wi kinen Friäden.                      Met Härguods Hölp wull riegen.

 

Natz Thier

 

Rosendahl, 05.11.2019:
Der Heimatverein Osterwick e.V. wird in Kürze die Erstellung der öffentlichen Wege im Generationenpark Osterwick beschränkt ausschreiben. Die Pflasterarbeiten sollen in dem Zeitraum Februar bis Ende April 2020 durchgeführt werden. Interessierte Firmen, die sich an der beschränkten Ausschreibung beteiligen möchten, werden gebeten, sich bis zum 15. November 2019 mit dem Projektverantwortlichen in Verbindung zu setzen:

DVD - Osterwick im Jahr 1937

Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


Wollen auch Sie uns bei der Heimatpflege und Heimatkunde unterstützen? Dann werden Sie Mitglied beim Heimatverein Osterwick. Wir würden uns freuen!

Mitgliedsantrag Heimatverein komplett.pd
Adobe Acrobat Dokument 62.6 KB

Wollen Sie uns etwas mitteilen?

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.