Fliegerangriff in Darfeld am 22. April 1944.

 

Um 17,30 Uhr wurde von Coesfeld Fliegeralarm durchgegeben. Kurze Zeit später kamen aus nördlicher und nordwestlicher Richtung feindliche Jäger angeflogen. In Abständen folgten ihnen dann eine größere Anzahl Bomberverbände. Insgesamt wurde der Amtsbezirk Osterwick von 700–800 Bombern und Jägern überflogen. Die einzelnen Formationen bestan­den aus 18–21 ein- und 55 viermotorigen Bombern in geschlossener Folge. Bei jeder Formation befanden sich 3–5 helle Flugzeuge, soge­nannte Flakkreuzer oder fliegende Festungen.  

Die Geschwader waren sehr gut zu erkennen, da sie in verhältnismäßig gerin­ger Höhe flogen: Wie der Drahtfunk meldete, flogen zu gleicher Zeit weitere Verbände längs der Ems mit Südkurs:

Nachdem die Bomberverbände mit Süd- und Süd-Ostkurs den Amtsbezirk überflogen hatten, kam gegen ½ 8 Uhr ein viermotoriger Bomber mit offen­sichtlich beschädigtem Motor in niedriger Höhe, begleitet von 4 Jägern, zurück. Zu gleicher Zeit kamen mehrere Jäger aus der Richtung Darfeld in niedriger Höhe mit Westkurs angeflogen. Kurz darauf wurde mir mitgeteilt, daß auf der Strecke Darfeld–Horstmar zwischen Darfeld und Höpingen ein Personenzug festliege und starke Rauchentwicklung zeige. An Ort und Stelle habe ich folgen­des festgestellt:

Der um 19,05 Uhr von Rheine nach Oberhausen fahrende Personenzug ist in der Nähe Höpingen um 19,40 Uhr von 4 amerikanischen Jägern mit Bordwaffen angegriffen. Die Lokomotive wurde von 30 Schuß von vorne und von der linken Seite getroffen. Das Wasser strömte im Bogen aus dem Tank. 3 Kugeln hatten den Stand der Lokomotive getroffen.

Der Oberlokomotivführer Gerhard Freckenstein aus Coesfeld-Jakobiring, 68 Jahre alt, wurde durch Splitter am Kopf, an der Hand und im Rücken leicht ver­letzt und konnte mit einem Kraftwagen nach Coesfeld gebracht werden.

Der Heizer hatte nur eine leichte Schramme im Gesicht. Eine Kugel hatte ei­nen Puffer der Lokomotive getroffen und sich zu 4/5 in das feste Eisen hineinge­bohrt. 2 weitere Kugeln hatten eine Lampe der Lokomotive getroffen. Die übri­gen Schüsse verteilten sich auf den Rumpf der Lokomotive, welche durch den Beschuß unbrauchbar geworden war und abgeschleppt werden mußte. 12 wei­tere Schüsse hatten den Packwagen getroffen und 2 Schüssen den ersten Perso­nenwagen. Die Insassen des Packwagens und Personenwagens hatten sich auf den Boden geworfen und nur dadurch ihr Leben gerettet.

Insgesamt wurde der Zug von 45–50 Schuß getroffen. Weitere 50 Einschläge der Bordkanone lagen in geringer Entfernung vom Bahndamm in einem Rog­genfeld.

Zu ungefähr derselben Zeit wurde ein Personenzug auf dem Bahnhof in Lette von feindlichen Jägern beschossen. Hierbei gab es 8 Tote und 10 Verletzte, u.a. der Lokomotivführer und Heizer.

Ferner wurde eine Lokomotive bei Ramsdorf unbrauchbar geschossen (Lo­komotivführer tot).

Außerdem sind an diesem Spätnachmittag 4 schwere Bomben bei dem Hofe Schulze Ehring in Gaupel und mehrere Bomben neuer Art in der Nähe der Gastwirtschaft Peter Heidkamp, zwischen Coesfeld und Lette abgeworfen.

Im Amtsbezirk Dülmen wurden 5 Bauernhöfe durch Sprengbomben zum Teil sehr schwer beschädigt. Zwischen Dülmen und Buldern wurde ebenfalls eine Lokomotive auf freier Strecke stark beschädigt.

Nach dem Heeresbericht wurde an diesem Tage die Stadt Hamm stark bom­bardiert. Am Tage darauf mußte noch die Bereitschaft des Kreises Coesfeld, zu der auch eine Gruppe der Freiw. Feuerwehr Holtwick gehört, nach Hamm aus­rücken. 36 Flugzeuge wurden abgeschossen.

Osterwick, den 24.April 1944.

Der Amtsbürgermeister:

Dr. Herbsthoff

 

Festnahme eines amerikanischen Fliegers.

Heute Morgen am 26. 4. 1944 vorm. zwischen 11 und 12 Uhr, wurde in Holt­wick, Bauernschaft Hegerort der amerikanische Flieger:

G O R D O N   J.   B A B E R       JR

O - 742405  T  43

B E S S I E   T   B A B E R

O/O   S L A T E R’S   S T O R E

C O R D O N,  N E D

durch den Gend.Hauptwachtmeister Schumacher in Holtwick festgenommen.

Vermutlich ist er bei den Angriffen der amerikanischen Luftwaffe am Sams­tag, den 22. 4. 1944 abgesprungen.

Er war der Navigator eines Bombers der 389. Bombergruppe, die zu diesem Zeitpunkt die B 24 Liberator flog.

 

Besatzung:

Comm. Pil. LtCol Paul T Burton POW

Pil. Capt. Willard P Stotter POW

Co.Pil 1Lt. Gordon J Baber POW

Nav. 1Lt. John E Powell POW

Bombard. 1Lt. Myron Gins POW

Radio T/Sgt. Albert A Arendt POW

Top.Tur T/Sgt. Lewis Bagwell POW

Bal.Tur. S/Sgt. Michael S Saniuk POW

R/W S/Sgt. Lee T Parker POW

L/W S/Sgt. Dudley Burr POW

T.Gun S/Sgt. Harvey T Belcher POW

Seriennummer der Maschine: 42-63963

 

Osterwick, den 26. 4. 1944.

Der Amtsbürgermeister:

Dr. Herbsthoff

Rosendahl, 05.11.2019:
Der Heimatverein Osterwick e.V. wird in Kürze die Erstellung der öffentlichen Wege im Generationenpark Osterwick beschränkt ausschreiben. Die Pflasterarbeiten sollen in dem Zeitraum Februar bis Ende April 2020 durchgeführt werden. Interessierte Firmen, die sich an der beschränkten Ausschreibung beteiligen möchten, werden gebeten, sich bis zum 15. November 2019 mit dem Projektverantwortlichen in Verbindung zu setzen:

DVD - Osterwick im Jahr 1937

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